08.03.18
Kindermitte

Der Kindermitte Qualitätsdialog

Mit dem Kindermitte Qualitätsdialog wurde ein Konzept entwickelt, das sich von bisherigen Qualitätsmanagement-Verfahren für Kita's unterscheidet. Dabei steht die wertschätzende Entwicklung der Kita im Mittelpunkt.

Kindermitte und Qualität

Seit der Gründung von Kindermitte ist uns die Qualitätsfrage ein gemeinsames Anliegen. Mit dem Kindermitte Qualitätsdialog haben wir im letzten Jahr ein Konzept entwickelt, das den Anspruch hat, Qualität partizipativ, wertschätzend und anspruchsvoll zu hinterfragen und zu entwickeln. Ein besonderes Anliegen liegt darin, dass der Dialog über pädagogische Qualitäten als gewinnbringend und nützlich für alle erfahren wird. Dadurch haben wir uns entschieden auch alle Beteiligten in die Entwicklung und die Umsetzung des Konzepts miteinzubeziehen, um die unterschiedlichen Perspektiven auf Qualität in einer Kita zu berücksichtigen.

Die Wertschätzende Erkundung

Mit unserem Konzept verfolgen wir das Ziel Potenziale in den Kitas zu entdecken und entwickeln, legen jedoch den Fokus darauf, die Kompetenzen und Haltung der Kita und deren Partizipierenden anzuerkennen und wertzuschätzen. Die vorhandenen Strukturen und Kompetenzen nehmen wir somit als Ausgangspunkt der weiteren Entwicklung, welche einen Gewinn für alle mit sich bringen soll.

Für die wertschätzende Erkundung und den Umgang miteinander, wurden Leitideen entwickelt, die den dialogischen und entwicklungsorientierten Kerngedanken widerspiegeln. 

1. dialogisch und entwicklungsorientiert

2. partizipativ und wertschätzend

3. individuell anpassbar

4. anspruchsvoll

Hieraus entwickelten sich im gemeinsamen Austausch Leitfragen, die den Beteiligten helfen, die eigenen Kompetenzen, Gemeinsamkeiten oder auch Unterschiede erkennen zu lassen.

Diese Leitfragen untersuchen, wie man Veränderungen gestalten und dabei auf Werte und Potenziale aufbauen kann. Es sind Leitfragen, die die pädagogischen Fachkräfte erkennen lassen, wie und wozu sie etwas machen oder auch machen sollten. Vor dem "fremden" Blick steht damit die interne Selbstreflexion, was die Selbstverantwortung für die Qualitätsentwicklung zusätzlich unterstreicht.

Das Peer Review-Verfahren

Der Qualitätsdialog ist ein Konzept zur praxisorientierten Qualitätsentwicklung. Die Evaluation im Qualitätsdialog erfolgt durch ein Peer Review-Verfahren. Peer Review bedeutet: unterschiedliche Personen der gleichen Fachrichtung besuchen und bewerten wechselseitig ihre Arbeit. Ziel ist es, durch diese wechselseitigen Besuche, im direkten Erfahrungsaustausch voneinander zu lernen: einander anzuregen, zu ermutigen und zu unterstützen.

Tagesablauf eines Peer Reviews: 

  • die Peer Group besucht einen Tag lang die Kita und erkundet deren Praxis. Sie werden durch einen Moderator begleitet, der die Einhaltung des Verfahrens sichert.
  • Morgens begrüßen die Kinder die Peer Group und führen die Besucher durch die gesamte Einrichtung. Die kindergeleitete Begehung orientiert sich an der QuaKi-Studie.
  • Die nächsten Stunden bestehen für die Peer Group aus Beobachten und Wahrnehmen des Kita-Alltags. Sie dokumentieren ihre Gedanken mithilfe eines Leitfadens.
  • Am Abend gibt es eine kurze Feedback-Runde zu den Highlights des Tages mit dem gesamten Team.
  • Der Moderator übernimmt die Notizen der Peer Group um sie zu einer übersichtlichen Dokumentation zusammenzufassen.

Die Kita erhält durch die kollegiale Hospitation der Peer Group ein externes Feedback, wodurch mögliche vorhandene eigene blinde Flecken aufgedeckt und wertschätzend Anregungen gegeben werden. 

Beteiligte und deren Perspektiven

Anstatt säulenartig verschiedene Bereiche zu betrachten (z. B. Räume, Motorik, Sprache), hat Kindermitte. sich dazu entschlossen, im Querschnitt jeweils aus der Perspektive der Kinder sowie der Erwachsenen zu schauen. Der Kindermitte Qualitätsdialog ist ein partizipatives Instrument der Qualitätsentwicklung für Kindertagesstätten.

Darum beziehen wir auch alle Beteiligten einer Kita im Konzept des Qualitätsdialogs in verschiedenen Phasen ein. Neben den pädagogischen Fachkräften und der Leitung, die an einem Großteil des Konzepts beteiligt sind, werden auch die Kinder, Eltern und Träger mit einbezogen. 

Die Träger werden von uns bewusst beteiligt, da sie einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung und Ausrichtung einer Kita haben. Die Perspektive der Kinder wird in einem Teil des Konzepts bereits von den Fachkräften eingenommen und vertreten. Im Peer Review-Verfahren nehmen die Kinder selbst eine aktive Rolle ein, führen durch "ihre" Kita und zeigen diese durch ihren Blick. Bereits sehr früh in der Phase der ersten Erprobung, bezogen wir auch die Eltern mit ein, wodurch sich ein Elternbeirat von ersten beteiligten Kitas zusammenfand und die Perspektive und Anliegen der Elternseite mit einbringt.

Das Pilotjahr 2017/18

Mit Beginn des Kita-Jahres 2017/2018 hat auch das Pilotjahr des Kindermitte Qualitätsdialogs begonnen. In diesem Pilotjahr sind ca. 170 pädagogische Fachkräfte aus 21 Kindertagesstätten von elf verschiedenen Kindermitte-Mitgliedern an der Entwicklung dieses partizipativen und dialogischen Qualitätsentwicklungskonzeptes beteiligt.
 

Sie durchliefen bereits erste Phasen und testeten die Methoden und Verfahren. 

Hierdurch lernten die Beteiligten das Konzept samt Methoden und Verfahren kennen. 

Dieses Jahr brachte auch uns bereits eine Menge an neuen Erfahrungen, welche wir in die Entwicklung des Konzepts mit einbezogen und anpassten.

Ausblick

Nachdem im Pilotjahr alle Qualitätsaspekte inhaltlich entwickelt worden sind, beginnt mit dem Kita-Jahr 2018/19 die eigentliche Umsetzung des Konzepts Qualitätsdialog. Zu diesem Zeitpunkt bietet sich für Kindermitte Mitglieder auch noch die Möglichkeit in den Qualitätsdialog einzusteigen. 

Falls also auch Euer Interesse an dem Qualitätsdialog geweckt wurde, so könnt auch Ihr euch bei Kindermitte weitere Infos einholen.

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